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ZU PASSIV, ZU HARMLOS: WARUM SCHALKES OFFENSIVE NICHT FUNKTIONIERT

Der FC Schalke 04 steckt offensiv in einer schwierigen Phase. Während die Defensive weiterhin Stabilität verleiht, fehlt es im Angriff an Kreativität, Tempo und Durchschlagskraft. Die jüngsten Auftritte werfen Fragen auf – auch hinsichtlich der taktischen Entscheidungen von Trainer Miron Muslić.

**Die Offensive bleibt das größte Sorgenkind**

Nur ein Treffer in den vergangenen vier Pflichtspielen – eine Bilanz, die die derzeitigen Schwierigkeiten der Königsblauen verdeutlicht. Gegen Mainz, Köln und Dresden blieb Schalke sogar vollständig ohne eigenen Torerfolg.

Dabei mangelt es nicht ausschließlich an der Chancenverwertung. Vielmehr gelingt es der Mannschaft über weite Strecken nicht, überhaupt gefährliche Situationen zu kreieren.

Dem Offensivspiel fehlen Tempo, Präzision und Überraschungsmomente. Angriffe werden häufig zu langsam vorgetragen, während aussichtsreiche Situationen durch ungenaue Zuspiele oder zögerliche Entscheidungen verloren gehen.

Schalke wirkt mit dem Ball zunehmend berechenbar. Die gegnerischen Defensivreihen werden nur selten vor größere Herausforderungen gestellt.

**Die Probleme beginnen bereits im Spielaufbau**

Die fehlende Durchschlagskraft ist allerdings nicht allein ein Problem der vordersten Angriffsreihe.

Schon im Spielaufbau offenbaren sich Schwierigkeiten. Sobald der Gegner Druck ausübt, unterlaufen den Schalkern ungenaue Zuspiele und vermeidbare Ballverluste.

Besonders auffällig ist die fehlende Bereitschaft, auch unter Druck den Weg nach vorne zu suchen. Statt vertikaler Pässe, die gegnerische Linien überspielen könnten, entscheidet sich die Mannschaft häufig für den sicheren Rückpass.

Dadurch verliert das Angriffsspiel an Dynamik. Dem Gegner bleibt ausreichend Zeit, sich defensiv zu organisieren und mögliche Räume zu schließen.

Es fehlt an Bewegung ohne Ball, klaren Anspielstationen und Lösungen, um sich kontrolliert aus engen Situationen zu befreien.

**Die Defensive als Rettungsanker**

Während die Offensive schwächelt, bleibt die defensive Stabilität eine der größten Stärken der Mannschaft.

Schalke arbeitet gegen den Ball überwiegend diszipliniert, verteidigt kompakt und schafft es dadurch, zahlreiche Begegnungen lange offenzuhalten.

Diese Stabilität bildet weiterhin das Fundament der Spielweise unter Miron Muslić.

Doch genau hier liegt das Problem: Eine funktionierende Defensive allein reicht nicht aus, um dauerhaft erfolgreich zu sein.

Wenn die eigene Mannschaft kaum Torgefahr entwickelt, kann bereits ein einziger Gegentreffer entscheidend sein.

Die Defensive sorgt dafür, dass Schalke im Spiel bleibt. Die Offensive schafft es derzeit jedoch zu selten, daraus einen entscheidenden Vorteil zu machen.

**Muslić steht vor schwierigen Entscheidungen**

Die jüngsten Auftritte werfen zwangsläufig auch Fragen nach den taktischen Entscheidungen des Trainers auf.

Gegen Freiburg versuchte Miron Muslić, durch personelle und taktische Veränderungen neue offensive Impulse zu setzen. Der gewünschte Effekt blieb allerdings aus.

Im Spiel gegen Köln blieben weitere Anpassungen aus.

Für den Trainer ergibt sich daraus eine schwierige Aufgabe: Wie lässt sich die Mannschaft offensiv gefährlicher gestalten, ohne die defensive Stabilität aufs Spiel zu setzen?

Schließlich war es gerade die Kombination aus Intensität, Aggressivität und mannschaftlicher Geschlossenheit, die Schalke unter Muslić lange ausgezeichnet hatte.

Zuletzt ist von diesen Eigenschaften im eigenen Ballbesitz allerdings immer weniger zu erkennen.

**Was muss sich verändern?**

Schalke benötigt nicht zwangsläufig eine vollständige taktische Neuausrichtung. Vielmehr muss die Mannschaft zu Eigenschaften zurückfinden, die ihr Spiel zuvor geprägt haben.

Mut, Intensität und Entschlossenheit müssen auch im eigenen Ballbesitz wieder stärker zum Vorschein kommen.

Dafür braucht es vor allem mehr vertikale Zuspiele, konsequentere Vorwärtsbewegungen und eine höhere Bereitschaft, auch einmal ein Risiko einzugehen.

Die Spieler müssen sich häufiger zwischen den gegnerischen Linien anbieten, Räume konsequenter nutzen und Angriffe mit größerer Überzeugung zu Ende spielen.

Vor allem darf der erste Gedanke bei Ballbesitz nicht ständig der Weg zurück sein.

Natürlich gehört eine gewisse Absicherung zu jeder funktionierenden Spielidee. Doch wenn Sicherheit zunehmend auf Kosten der eigenen Offensivgefahr geht, wird sie selbst zum Problem.

**Fazit: Die Stabilität allein reicht nicht**

Schalke hat sich in den vergangenen Begegnungen zu sehr auf seine defensive Stärke verlassen.

Die Mannschaft verfügt weiterhin über ein stabiles Fundament, lässt aber im Spiel nach vorne zu viele wichtige Eigenschaften vermissen.

Es mangelt an Kreativität, Tempo, Mut und klaren Lösungen gegen kompakt verteidigende Gegner.

Für Miron Muslić besteht die Herausforderung nun darin, die richtige Balance zwischen defensiver Sicherheit und offensiver Durchschlagskraft wiederzufinden.

Denn eine Mannschaft, die kaum Gegentore zulässt, aber selbst keine Tore erzielt, wird auf Dauer Schwierigkeiten bekommen, Spiele zu gewinnen.

Die Grundlage ist vorhanden. Jetzt muss Schalke auch mit dem Ball wieder mutiger werden.